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Philip Magoo

Geboren wurde ich an einem sonnigen Novembertag in einem Dorf an der Düssel. Mein Vater komponierte Karnevalslieder und trat vorwiegend in der fünften Jahreszeit auf (der Rheinländer sagt: “Er ging in die Bütt“).
So kam es, dass irgendwo zwischen Wohn- und Schlafzimmer gewöhnlich die akustische Gitarre unseres Daddy`s ihren Platz fand. Während der schöpferischen Pausen wechselte die geparkte Klampfe bald ins Kinderzimmer, wo zunächst mein älterer Bruder - und später dann auch ich - unsere ersten musikalischen Gehversuche auf einem Instrument machten.
Nie vergesse ich den glasklaren Klang - und meine kleinen, blutigen Fingerkuppen...Mein Bruder gründete auch bald seine erste eigene Band. Dies geschah in der Zeit, als auch Marius Müller-Westernhagen regelmäßig bei den damals noch üblichen Talentwettbewerben seine ersten Auftritte hatte („Mit 18 rannte ich in D`dorf `rum, war Sänger in `ner Rock 'n' Roll-Band“).
Wenn irgendwie möglich, sah ich mir natürlich alle Konzerte meines Bruders an. Dies war allerdings gar nicht so einfach im Sündenpfuhl der Altstadt, wenn man so etwa 13 oder 14 Jahre alt war.
Es dauerte noch eine ganze Weile, bis ich mir von dem Geld, dass ich mit Zeitungsaustragen oder Aushilfsjobs (wie: Parkwächter, Hähnchenverkäufer, Spieluhrenverpacker u.v.m.) verdient hatte, meine erste elektrische Bassgitarre kaufen konnte. Da meine Eltern noch eine Weihnachtsgratifikation zusteuerten, war es sogar ein nigel-nagel-neues Exemplar!
Bald hatte ich nun auch meine erste (Schüler-) Band. Als Verstärker dienten uns zu jener Zeit alte Röhrenradios, die wir uns, vor der Abholung durch die Profigrabscher, auf dem Sperrmüll sicherten. Hier und da hielten diese Geräte sogar mal einer dreistündigen Probe stand. Wenn nicht, mussten wir eben auf den nächsten Sperrmülltermin warten - oder im benachbarten Stadtteil wildern (Unplugged war noch nicht erfunden - und wäre darüber hinaus total uncool gewesen).
Wir übten zu dieser Zeit in einem Raum, den uns die nahegelegene Kirchengemeinde großzügig zur Verfügung gestellt hatte. Aus einem ehemals ungemütlichen Kellerloch hatten wir uns mit viel Mühe und Liebe zum Detail einen Superproberaum hergerichtet (wir hatten sogar Teppichboden!).
Nach erfolgter Besichtigung meinte der ortsansässige Pfarrer daraufhin, dass er den Raum jetzt doch lieber für seinen Handarbeits-Hobbykreis nutzen wolle... Auf jegliche Form von Vandalismus verzichtend, verließen wir unser Heim - und ich trat aus der Kirche aus!
Schließlich fanden wir einen neuen Raum auf einem stillgelegten Fabrikgelände. Als dort mal der Strom abgedreht wurde, liehen wir uns sogar mal einen Generator aus, um kurz vor einem Auftritt proben zu können. Es gestaltete sich aber als schwierig, gegen die Lautstärke dieser Höllenmaschine anzukommen. Zum Glück hatte ich zu dieser Zeit meine erste eigene Gesangsanlage von meinem Bruder übernommen (Nice Price). Den Bass hatte ich zwischenzeitlich übrigens an den Nagel gehängt. Ich wollte einfach nur noch singen.
Erste erwähnenswerte Stationen waren die Bands “RELAX“, “ASHNATON“ - und “SIN CITY“. Mit der Band “ASHNATON“ flogen wir mal samt kompletter Anlage nach Spanien. Das Equipment wurde damals als Übergepäck befördert. Das war teuer, aber wir hatten eine Menge Spaß! Tagsüber Strand – abends Konzerte. Mit “SIN CITY“ produzierten wir (mangels Risikobereitschaft einer Plattenfirma) unsere erste eigene “Goldene Single“. Das ganze sollte ein Werbegag sein. In der Realität sah die Vinyl-Scheibe nach ihrer Fertigstellung dann doch eher leicht gelblich aus...
Nach dem Zerfall der “Sündenstadt“ erhielt ich den Anruf von Ruby Rubach. Der war Bassist der Solingen-Wuppertal-Connection “BAD STEVE“. Die Band hatte einen Plattenvertrag mit dem belgischen Label “MAUSOLEUM“, sich aber mit dem damaligen Sänger überworfen. Ich mochte das Material sehr - und war gleichzeitig froh darüber, aus der ( zum rockmusikalischen Niemandsland mutierten) Provinz Düsseldorf rauszukommen.
In der altehrwürdigen Philharmonie in Berlin wurde unsere LP produziert. Hier und da hatten wir einen TV-Auftritt, waren Sieger des “RUHR-ROCK-FESTIVALS“ in der Bochumer “ZECHE“ - aber der richtige Durchbruch gelang uns leider nicht. Als “BAD STEVE“ sich auflöste, war es wieder Ruby, der sich bei mir meldete. Er hatte sich inzwischen der im Bergischen Land bestens bekannten Coverband “SCHOLLE“ angeschlossen. Manager dieser Formation war ein gewisser Klaus A. Flieger, auf den ich zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlicher eingehen möchte.
Nach nur drei Tagen Zeit die Songs vorzubereiten, und nur einer einzigen Probe, hatte ich meinen ersten Gig mit “SCHOLLE“, bei denen ich zunächst nur als “SUB“ einspringen sollte. Da ich in der kurzen Zeit beim besten Willen nicht alle circa 40 Songtexte des 3 - stündigen Programms auswendig lernen konnte, hatte ich mir für alle Fälle eine Reihe von Fuschzetteln auf einem Notenständer auf der etwa 20 mal 5 Meter großen Bühne der Sporthalle in Springe (bei Hannover) platziert.
Traditionell betrat oben erwähnter Manager zwischenzeitlich die Bühne, um wie gewohnt in reinstem Wuppertaler Dialekt eine BAP-Nummer zum Besten zu geben. Und er schaffte es doch tatsächlich (wo zur Hölle war seine Brille!?) meinen Notenständer zu Fall zu bringen. So flatterten - angetrieben von riesigen Ventilatoren - in kürzester Zeit etwa 40 Din-A-4 Seiten durch die Riesensporthalle in Springe. Trotz dieser Handicaps war das Konzert ein Riesenerfolg - und die Band fragte mich während der Rückfahrt in einer Raststätte, ob ich nicht als festes Mitglied einsteigen wolle. Ich freute mich, sagte zu und büffelte bis zum nächsten Auftritt sicherheitshalber alle Texte...

Mehrere Jahre spielten wir in Kneipen, Clubs, bei Scheunenfesten und auf Partys, bis wir bei einer Tour durch Spanien feststellen mussten, dass die Chemie einfach nicht mehr stimmte. Die “SCHOLLE“ wurde total entgrätet - und ich legte eine musikalische Bedenkzeit ein.
Mit Manager Klaus A. Flieger verband mich (trotz oben erwähnten Attentates) inzwischen eine tiefe Freundschaft. Wir überlegten eigentlich ständig, wie wir wieder eine funktionierende Truppe auf die Bühne bringen könnten.
Schließlich gelang es uns - unter Ausnutzung unserer vielfältigen Kontakte - und über Zeitungsannoncen an einem Oktobertag des Jahres 1996 aus ganz NRW die Grundformation der heutigen “FLIEGER“ in einem Proberaum im Keller eines Wuppertaler Postamtes, der uns für dieses erste Beschnuppern netterweise von einem Freund zur Verfügung gestellt wurde, zu versammeln.
Von Anfang an stimmte einfach Alles, der Groove - und die Chemie untereinander! Seitdem sind wir so richtig schön durchgestartet - und haben bei unseren jetzt schon mehr als 100 Konzerten einen Riesenspaß gehabt.
Ob in Köln, Mechernich, Wermelskirchen oder der “WARSTEINER LATERNE“ in Wuppertal: Danke, Ihr Alle wart ein Riesenpublikum!

Philip Magoo

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